Vitamin-D-Mangel

in unserer Überflussgesellschaft

Ein Großteil der Österreicher ist nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt.

Bei Vitamin D handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin. Viele von Ihnen werden sich fragen, wieso es überhaupt zu einer Unterversorgung kommen kann, könnte man doch meinen, dass ein paar Stunden Aufenthalt in der Sonne reichen würden, um eine genügende Menge Vitamin D selbst zu produzieren. Meist ist dies aber nicht ausreichend bzw. ist es leider auch so, dass man Vitamin D nicht lange speichern kann.

Speicherkapazität von Vitamin D
Es ist also falsch, zu glauben, dass das Vitamin D, das man im Sommer mühevoll produziert hat, ausreicht, um den ganzen Winterlang davon zu zehren. Tatsächlich beträgt die Speicherkapazität von Vitamin D nur in etwa 24 Stunden, die der abgewandelten Form 25(OH)D ca. zwei bis drei Wochen. Ebenso vermindert auch die Anwendung von Sonnenschutzmittel die körpereigene Vitamin-D-Synthese.

Optimale Versorgung von Vitamin-D
Um zu wissen, ob man optimal versorgt ist, kann man bei einer Blutuntersuchung seinen Vitamin-D-Status überprüfen lassen. Es sollte der 25(OH)D – Spiegel im Serum festgestellt werden, der optimalerweise zwischen 40 – 60 ng/ml bzw. zwischen 100 – 150 nmol/ml liegen sollte. Das Erreichen dieser Werte wäre anzustreben, um negative gesundheitliche Folgen zu vermeiden.

Vor allem in der Zeit von Oktober bis März ist in unseren Breiten eine zusätzliche Vitamin-D-Zufuhr wichtig. Dabei ist die Gabe einer täglichen Dosis, die zwischen 40 und 60 IE pro kg Körpergewicht liegen sollte, anzustreben. Wurde bei einem Blutbefund ein ausgeprägter Mangel festgestellt, so wird zur Beseitigung desselben vom Arzt meist eine kurzdauernde (bis zu 10 Tagen) Hochdosistherapie durchgeführt und anschließend eine Erhaltungstherapie des erwünschten Vitamin-D-Status  mit angepasster niedrigerer Dosierung erfolgen.

Welche Aufgabe hat dieses Vitamin in unserem Körper zu erfüllen? 
Am bekanntesten ist seine Wichtigkeit hinsichtlich der knochenstärkenden Wirkung. Ferner ist es aber auch unverzichtbar für unsere Abwehrkräfte und schützt gleichzeitig die körpereigenen Zellen. Husten, Schnupfen und grippale Infekte gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht im Herbst und in der kalten Jahreszeit die Anfälligkeit für Infektionen der oberen Atemwege. Es ist – richtig dosiert – ein wichtig begleitender Nährstoff bei akuten Erkrankungen und chronischen Entzündungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Psoriasis, Allergien, Asthma,…)

Als mittlerweile erwiesen gelten auch die positive Wirkung hinsichtlich des Herz-Kreislauf-Systems und des Insulin-Stoffwechsels. Auch die stimmungsaufhellende Wirkung soll nicht unerwähnt bleiben, Vitamin D wird nicht umsonst als das “Sonnenvitamin” bezeichnet. Von Bedeutung ist auch die optimale Versorgung mit Vitamin D während der Zeit der Schwangerschaft. Babys bekommen meist von Anfang an Vitamin-D-Tropfen vom Kinderarzt verschrieben, um unerwünschte Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Leider konnte ich in diesem Artikel dieses spannende Thema nur anreißen – ich hoffe trotzdem, Ihnen diesen wichtigen Mikronährstoff ein bisschen näher gebracht und die bedeutende Rolle, die er in unserem Körper spielt, unterstrichen zu haben. Wir bemühen uns, laufend Fortbildungen zu besuchen, um Sie mit dem neu erworbenen Wissen bei gesundheitsbezogenen Fragen unterstützen zu können.  Ihre Mag. Doris Richter