Vitalpilze

aufbauend – stärkend – harmonisierend

Die meisten von uns lieben es, im Sommer hie und da in den Wald zu gehen um „Schwammerl“ zu suchen, und sie dann zuhause zu einem schmackhaften Gericht zu verkochen. Haben Sie allerdings gewusst, dass Sie sich durch den Verzehr derselben nicht nur  kulinarisch verwöhnen, sondern auch Ihrer Gesundheit einen Gefallen tun? Pilze enthalten sogenannte β-Glucane, die das Immunsystem beeinflussen. Sie können einerseits die Abwehr steigern, andererseits aber auch in dieser Hinsicht ausgleichend wirken, so wird der sogenannte „Agaricus“, der besonders reich an β-Glucanen ist, gerne zur Prävention von Allergien verwendet. Da Pilze kaum Kalorien, dafür aber reichlich Vitamine, Antioxidantien, Spurenelemente, Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralien enthalten, sind sie eine wertvolle Ergänzung auf dem Speisezettel und sollten ein- bis – zweimal pro Woche auf den Tisch kommen.

Einige Pilze werden in der traditionellen europäischen Medizin verwendet, dass man Pilze medizinsch nutzen kann, ist aber vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin  verankert. Einige Vitalpilze werden rein arzneilich, vor allem zur Unterstützung des Immunsystems, genutzt, viele sind aber gleichzeitig schmackhafte Speisepilze.

Im folgenden wollen wir einen kleinen Überblick über einige wichtige Vitalpilze geben:

Agaricus brasiliensis (Brasil Egerling) Speisepilz

Weist einen sehr hohen Gehalt an β-Glucanen auf. Wie bereits erwähnt reguliert er die Wirkung des Immunsystems und wird begleitend bei Allergien (auch präventiv), bei Autoimmunerkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und begleitend bei Tumorerkrankungen eingesetzt. Weitere mögliche Einsatzgebiete sind: unterstützend bei Zuckerkrankheit, Förderung der Gesundheit im Verdauungstrakt, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Störungen des Fettstoffwechsels.

Auricularia auricula – judae (Judasohr) Speisepilz

Das Judasohr ist auch bei uns beheimatet. Man findet es meist auf Holundersträuchern. Der Namensgebung liegt die Anektdote zugrunde, dass sich Judas nach seinem Verrat an Jesus an einem Holunderstrauch erhängt haben soll, zudem erinnert die Form des Pilzes an ein Ohr und findet sich- wie bereits erwähnt- oft an Holundersträuchern.

Er wird gerne bei Arteriosklerose, Hämorrhoiden und Störungen des Fettstoffwechsels verwendet, weiters aber auch unterstützend bei hohem Blutzucker, zur Regulierung des Blutdrucks, begleitend bei Tinnitus, sowie bei entzündeten Augen und Schleimhäuten. Vorsicht: bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten.

Inonotus obliquus (Chaga)

Kommt eher in kälteren Gegenden vor und hat sich vor allem in Russland, wo sogar ein Chaga-hältiges  Fertigarzneimittel zugelassen wurde, etabliert.

Chaga hilft bei Entzündungen im Magen-Darmtrakt, hat allgemein entzündungs-hemmende, antioxidative und antivirale Wirkung, wird aber auch unterstützend bei Krebserkrankungen angewandt.

Coprinus comatus (Schopftintling) Speisepilz

Möchte man Coprinus verzehren, ist Beeilung angesagt – denn er zersetzt sich sehr schnell, zerfließt langsam vom Hut aus in eine tintenartige, von Sporen schwarz gefärbte Flüssigkeit. Er besitzt Aktivität gegen Pilze und Bakterien, wird aber hauptsächlich unterstützend bei hohen Blutzuckerwerten verwendet.

Vorsicht: Blutzuckerwerte engmaschig überwachen!

Cordyceps sinensis (Chinesischer Raupenpilz)

Cordyceps ist ein besonders interessanter Pilz. Er vermehrt sich, indem er sich in der Erde auf der Larve des Wurzelbohrers ansiedelt, diese durchwächst und abtötet und am Schluss aus der leeren Hülle sprießt. Er setzt seine Sporen auf der nächsten Larve ab, der Kreislauf beginnt von Neuem.

Hervorzuheben ist bei Cordyceps vor allem die aktivierende, leistungssteigernde Wirkung, die bei Sportlern sehr beliebt ist.  Es bleibt abzuwarten, ob Cordyceps in Zukunft als Dopingmittel angesehen wird. Seine Indikationen in Kürze: Erschöpfung,  Stress, depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit. Er verfügt aber auch über blutzuckersenkende sowie immunmodulierende Eigenschaften.

Vorsicht: Blutgerinnung, Blutzucker, schwere Depression, Blutdruck.

Hericium erinaceus 

(Igelstachelbart) Speisepilz

Neben der bekannten immunmodulierenden Wirkung zeichnet sich dieser Pilz vor allem durch seine positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt und Anwendung bei depressiver Verstimmung sowie unterstützende Verwendung bei Demenzerkrankungen aus.

Grifola frondosa (Maitake) Speisepilz

Wird bei Osteoporose verwendet, er fördert die Aktivität des Immunsystems und weist eine starke Aktivität gegen Viren auf    eine unterstützende Anwendung kann somit bei HIV- und Herpesinfektion in Betracht gezogen werden. Auch bei Bluthochdruck kommt Maitake zum Einsatz.

Polyporus umbellatus (Eichhase) Speisepilz

Zeigt vor allem eine harntreibende, entwässernde Wirkung, er hilft auch bei Ödemen; Gelenkschwellungen und aktiviert den Lymphfluss. Interessant ist auch, dass er eine positive Wirkung bei Haarausfall hat.

Ganoderma lucidum (Reishi)

Ist der weltweit bedeutendste Vitalpilz. In China heißt er „Ling Zhi“, was übersetzt „göttlicher Pilz der Unsterblichkeit“ heißt.

Seine Einsatzgebiete in aller Kürze: Herz-Kreislauf-System (vor allem hoher Blutdruck), Lebererkrankungen, begleitend bei Tumorerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, chronische Erschöpfung und Schlafstörungen; weiters: schmerzlindernde  und blutzuckersenkende Wirkung, Neurodermitis, Arthritis, Herpes.

Vorsicht: wenn blutzuckersenkende, gerinnungshemmende oder blutdrucksenkende Arzneimittel eingenommen werden – eine Wirkungsverstärkung ist möglich!

Lentinula edodes (Shiitake) Speisepilz

Gilt im asiatischen Raum als der „König der Pilze“. Aktiviert sehr stark das Immunsystem, verfügt auch über eine dokumentierte Wirkung gegen Pilze und Viren. Weitere Einsatzgebiete sind Fettstoffwechselstörungen, Arteriosklerose, begleitend bei Tumorerkrankungen, Migräne und Tinnitus, Blutdruckregulation, Senkung des Harnsäurespiegels.

Vorsicht: bei der kombinierten Einnahme von blutzuckersenkenden, blutgerinnungshemmenden oder blutdrucksenkenden Arzneimitteln; selten: Shiitake-Dermatitis.

Flammulina velutipes (Enoki, gemeiner Samtfußrübling) Speisepilz

Aktiviert das Immunsystem und wird auch unterstützend bei Krebserkrankungen angewandt. Gern wird er auch bei chronischer Müdigkeit verwendet. Gute Erfahrungen hat man mit Enoki bei der unterstützenden Anwendung hinsichtlich Lern- und Gedächtnisstörungen gemacht.

Anwendung:

Traditionell wird in der Pilztherapie der Extrakt (= Auszug mit heißem Wasser ) verwendet. Manche Firmen bieten allerdings vermahlenes, verkapseltes Pilzpulver an. Es ist ein Unterschied, ob man Extrakt oder Pulver verwendet, nicht nur hinsichtlich Dosierung, sondern auch im Hinblick auf die Verträglichkeit.

Allgemein sollte man mit der Einnahme der Pilze niedrig dosiert beginnen und die Einnahme langsam steigern. Als Richtlinie: (Extrakt)

1.Woche: 100 mg täglich

2.Woche: 300 mg täglich

3. Woche 500 – 900 mg täglich

Bei der Einnahme von Pilzpulver nimmt man Mengen im Grammbereich zu sich. Da der ganze Pilz verarbeitet wird und nicht nur die Inhaltsstoffe extrahiert werden, ist hier auch eher mit Verdauungsbeschwerden zu rechnen.

Die Einnahme sollte zu den Mahlzeiten mit reichlich Wasser erfolgen. Eine Kombination von Vitalpilz  mit Vitamin C ist zu empfehlen, da die Inhaltsstoffe der Pilze dann besonders gut aufgenommen werden.

Es würde uns freuen, wenn wir Ihr Interesse wecken konnten und Sie demnächst bei uns in der Apotheke begrüßen dürften.

Ihre Mag. Doris Richter und das Team der Apotheke Aspang