Gesunde Öle

ein Tropfen Vollkommenheit …

Gar nicht weit von unserer Apotheke in Aspang entfernt liegt Pöllau bei Hartberg. Die Firma Fandler stellt dort seit vier Generationen gesunde, sortenreine Öle mittels Stempelpressung her und legt großen Wert auf Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit. Unser Team durfte der Firma einen Besuch abstatten.

Fett ist nicht gleich Fett
Bereits seit der Steinzeit sind pflanzliche und tierische Fette Teil der Ernährung des Menschen. Beim Stichwort „Fett“ denkt in der heutigen Zeit jeder zuerst einmal an etwas Negatives. Aber Fett ist eben nicht gleich Fett. Zu einer gesunden Ernährung gehört auch die Fettzufuhr, der Fokus sollte allerdings auf pflanzlichen Ölen liegen, die einfache und/oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Zu den mehrfach ungesättigten (essenziellen) Fettsäuren gehören  ω3- und ω6-Fettsäuren, zu den einfach ungesättigten Fettsäuren die ω9-Fettsäuren. Essenziell heißt, dass sie der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann; wir müssen diese stattdessen über die Nahrung aufnehmen.

ω3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, haben einen Schutzeffekt auf Herz und Kreislauf, beeinflussen sowohl die Blutfettwerte als auch den Blutdruck sowie die Fließeigenschaften des Blutes positiv.

ω-6-Fettsäuren fördern Entzündungen.
Trotzdem darf man sie nicht verteufeln, denn für den Körper sind sie hinsichtlich Hautgesundheit, Zellregeneration, Infektionsabwehr und positiver Beeinflussung des Cholesterinspiegels wichtig. Die zugeführte Menge an ω6-Fettsäuren ist entscheidend. Das  ω6:ω3-Verhältnis sollte in etwa 5:1 sein, bei der heutigen „Standardernährung“ liegt es aber eher bei 10:1. Dies kann auf die Dauer die Entstehung von  Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen begünstigen.

ω-9-Fettsäuren beeinflussen den Cholesterinspiegel positiv.

ω3-Fettsäuren findet man vor allem in fettreichen Fischsorten, aber auch in Ölen wie Leinöl, Chiaöl und Camelinaöl.

Camelinaöl:

Camelina oder Leindotter war schon in der Keltenzeit ein Öllieferant, geriet jedoch in Vergessenheit und wurde erst in den letzten Jahren wieder populär. Camelina gehört zu der Familie der Kreuzblütler und kommt als „Unkraut“ in Lein- und Ackersaat vor. Aus den zahlreichen Blüten bilden sich nach der Blütezeit Schoten, die ein bis zwei mm „große“ Samen enthalten, aus denen man das Leindotteröl gewinnt. Camelina hat ein herb-würziges Aroma und wird gerne zum Verfeinern von Dips, Brotaufstrichen, Salaten und Saucen verwendet. Leindotteröl sollte nicht erhitzt werden, da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden.

Chiaöl:

Chiasamen stammen von einer Salbeiart, die ursprünglich in Mexiko und Zentralamerika beheimatet ist. Nach der Blüte kann man im Herbst die zwei bis fünf mm großen Samen gewinnen, aus denen das Chiaöl gepresst wird. Die Firma Fandler ist die erste Ölmühle Europas, die Chiaöl in Lebensmittelqualität presst.

Chiaöl hat einen fein-nussigen Geschmack und enthält neben den bereits erwähnten ω3-Fettsäuren eine Menge Vitamine, Antioxidantien, Mineralstoffe und Proteine. Es passt ideal zur leichten Sommerküche, als Ergänzung in Smoothies, Müsli, Rohkost, Suppen und Aufstriche. Auch das Chiaöl sollte nicht erhitzt werden, um die Inhaltsstoffe zu schonen.

Leinöl:

Leinöl wird aus der Leinpflanze gewonnen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Neben der Fasergewinnung zur Herstellung von Textilien wird auch das Öl als Lebensmittel verwendet. Es wird aus den Leinsamen, welche dunkelbraun und ca. fünf mm groß sind, gewonnen. Es ist dasjenige heimische Öl, welches die meisten  ω3-Fettsäuren liefert. Es schmeckt nussig und passt gut zu Müsli, Suppe, Kartoffelsalat oder es kann auch verfeinernd zu Topfen-Kräuteraufstrichen hinzugegeben werden. Leinöl sollte im Kühlschrank gelagert und innerhalb von drei Monaten aufgebraucht werden. Leinöl sollte ebenfalls nicht erhitzt werden.

In der Apotheke Aspang führen wir neben den oben genannten Ölen noch weitere. Um nur einige zu nennen: Mohnöl, Distelöl, Sesamöl, Olivenöl. Wir beziehen sie – natürlich – direkt von der Firma Fandler. Übrigens  werden aus den vermahlenen Presskuchen Fandler-Mehle hergestellt, die hervorragend anteilsweise Backmischungen zugesetzt werden können. Momentan führen wir Hanf-, Kürbiskern-, Leinsamen- und Chiamehl in Bio-Qualität, die allesamt glutenfrei und vegan sind und außerdem voller Vitalstoffe stecken.

Auch andere Fandler-Produkte können Sie bei uns erwerben –  wie wäre es einmal mit Haselnuss-Salz oder Kürbiskernen mit Karamellgeschmack?

Kommen Sie gerne zu uns und werfen Sie einen Blick auf unser Fandler-Sortiment, vielleicht lacht Sie etwas besonders an und Sie bekommen Lust, etwas Neues zu probieren!

Fett  besteht chemisch gesehen aus Fettsäuren und Glycerin. Für den menschlichen Körper ist Fett ein Energiespeicher, es schützt uns aber auch vor Kälte, Wärme und mechanischem Druck. Fette sind die Quelle für jene Baustoffe, die die Zellmembranen und Zellorganellen bilden, sowie für wichtige Botenstoffe.

Ausgewogene Ernährung

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört der Konsum von Fett dazu. Fett ist ein Energielieferant, pro Gramm konsumiertes Fett führen wir unserem Körper neun Kalorien zu. Nicht nur deshalb sollten wir es sparsam zu uns nehmen  – empfohlen wird,  ca. 25 bis 30 % der Nahrungsenergie durch Fett abzudecken, wobei natürlich auch die jeweilige Art der Lebensführung zu berücksichtigen ist. Bei körperlich schwer arbeitenden Menschen kann  sich der Fettbedarf erhöhen.

Fett ist allerdings nicht gleich Fett 

Fettsäuren sind die Hauptbestandteile der in Lebensmitteln und im Körper vorkommenden Fette. Die Qualität eines Fettes hängt vom Gehalt der unterschiedlichen Fettsäuren ab.

• gesättigte Fettsäuren (eher in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs zu finden)

• einfach ungesättigte Fettsäuren (ω-9-Fettsäuren, z. B.  in Olivenöl)

  mehrfach ungesättigte Fettsäuren ( ω-3- und  ω-6-Fettsäuren)

• Transfettsäuren – kommen vor allem in gehärteten Fetten wie Margarine oder in Kartoffelchips vor – sie sind absolut ungesund und auf jeden Fall zu meiden!!

Es ist zu empfehlen, den tierischen (Landtier-)Fettkonsum (Schwein, Rind …) auf ca. ein- bis zweimal pro Woche zu beschränken. Fette Meeresfische wie  Lachs, Makrele oder Hering hingegen enthalten wertvolle  ω-3-Fettsäuren und sollten ca. zweimal pro Woche auf den Tisch kommen.

Pflanzliche Öle bestehen vorwiegend aus ungesättigten Fettsäuren. Wie bereits erwähnt unterscheidet man  ω-3-, ω-6- und ω-9-Fettsäuren. ω-9-Fettsäuren kommen zu einem großen Prozentsatz z. B. in Olivenöl vor und beeinflussen unseren Cholesterinhaushalt positiv. ω-6- und ω-3-Fettsäuren sind sogenannte essenzielle Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst produzieren kann, sondern ihm über die Nahrung zugeführt werden muss. ω-6-Fettsäuren kommen z. B. in Sonnenblumen – oder Sojaöl vor, ein wichtiger Vertreter ist die Gamma-Linolensäure.  ω-6-Fettsäuren sind wichtig für unseren Cholesterinhaushalt, für unser Immunsystem und den Aufbau einer gesunden Haut. Ein Zuviel ist nicht gut, wird dadurch doch die körpereigene Produktion entzündungsfördernder Substanzen unterstützt, was z. B. das Risiko für das Entstehen von Arteriosklerose oder die Entwicklung rheumatischer Erkrankungen erhöhen kann. Der Konsum von ω3-Fettsäuren hingegen mindert das Arteriosklerose- sowie  das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko. Das Verhältnis von ω-6- zu ω-3-Fettsäuren in der Nahrung sollte ungefähr 5:1 betragen, bei der heutigen Ernährungsweise verschiebt sich das Verhältnis bei den meisten Menschen allerdings in Richtung 10:1. 

Wieso ist das überhaupt wichtig?

Für die Umwandlung der Fettsäuren konkurrieren ω-6- und ω-3-Fettsäuren um das gleiche Enzymsystem. Wenn mehr ω-6- Fettsäuren konsumiert werden, sind diese mengenmäßig natürlich klar im Vorteil und es werden vermehrt Botenstoffe gebildet, die im Körper  entzündungsfördernd wirken.

ω-3-Fettsäuren kommen – wie erwähnt- vorwiegend in fettem Seefisch vor, auch Chia-, Lein- und Rapsöl enthalten ω-3-Fettsäuren.  Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind wichtige Vertreter der ω-3-Fettsäuren. Sie sind wichtig für:

• den Aufbau gesunder Zellmembranen

• die Produktion entzündungshemmender Botenstoffe

• die Produktion blutgerinnungshemmender Botenstoffe

• sie haben eine gewisse antiarrhythmische Wirkung

  sie beeinflussen den Cholesterinspiegel positiv

• sie beeinflussen die Fließeigenschaften des Blutes günstig

• sie sind besonders wichtig für die frühkindliche/kindliche Entwicklung

• sie  beeinflussen Hirnstoffwechsel und Neurotransmitterhaushalt positiv

Empfehlung

Der Konsum von ω-3-Fettsäuren wird folglich vor allem Patienten mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangeren, Diabetikern, Stillenden, Kindern (oft auch bei ADHS und Lernstörungen), bei Augenerkrankungen wie z. B. einer Makuladegeneration, bei Demenzerkrankungen, bei rheumatischen Erkrankungen … empfohlen.

Es wird eine durchschnittliche Zufuhr von 500 mg bis 1000 mg EPA/DHA täglich angeraten (je nach Bedarf und Indikation kann die Dosierung aber auch höher sein). Zu beachten ist, dass hohe Dosen die Blutgerinnung beeinflussen und bei  einer Therapie mit Blutgerinnungshemmern deren Wirkung verstärken  können. Dies kann bei einer regelmäßigen täglichen Zufuhr von  ω-3-Fettsäuren (EPA/DHA) im Bereich von 1000 mg und mehr der Fall sein. Daher ist es für Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten wie z. B.  Marcoumar einnehmen, immer zu empfehlen, Rücksprache mit einem Arzt zu halten.

Wie gibt es die Präparate?

ω-3-Präparate gibt es in flüssiger Form, viele Patienten bevorzugen allerdings die Einnahme von Kapseln, da der Geruch und der Geschmack des Öls oft nicht toleriert werden.

Für Kinder gibt es auch Kaukapseln oder Sticks, die ein Pulver enthalten, das direkt in den Mund geleert wird. Diese Darreichungsformen werden aufgrund des kindgerechten fruchtigen Geschmacks von den kleinen Leuten größtenteils gut akzeptiert.

ω-3-Präparate werden meist gut vertragen. Manche Patienten klagen über Aufstoßen (Fischgeschmack) oder Übelkeit. Dies kommt aber eher selten vor. Die meisten haben bezüglich der Einnahme keine Probleme und die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit sind hinlänglich bewiesen und liegen auf der Hand.

Ich hoffe, Ihnen hat unser Artikel gefallen, und würde mich freuen, Sie demnächst bei uns begrüßen zu dürfen. Alles Gute wünscht Ihnen Ihre Mag. Doris Richter und das Team der Apotheke Aspang.