Geistig fit bis ins hohe Alter

Wer kennt das nicht? Wo war gleich noch einmal das Handy? Der Autoschlüssel? Hab ich die Haustür abgeschlossen?

Jedem von uns ist so etwas das eine oder andere Mal schon passiert, meist ist Konzentrationsmangel daran schuld, wenn man viel vergisst oder Sachen verlegt. Aber was gilt als normal und wann sollte man einen Arzt aufsuchen? Und: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz? Fragen, die sich viele stellen…

Wie unterscheiden sich die einzelnen Demenzformen voneinander?

Alzheimer ist eine Form der Demenz. Es gibt zwar für jede Demenzerkrankung eine eigene Symptomatik, in der Praxis treten aber auch Mischformen auf. Allen gemeinsam ist ein Verlust der Denkleistung, aber auch Einbußen im Empfinden und meist ein gesellschaftlicher Rückzug des Erkrankten. Treten beim Demenzkranken Persönlichkeits-veränderungen sowie mitunter aggressives Verhalten auf, ist das für die Angehörigen und für die mit der Pflege betrauten Personen sehr belastend.

Wenn Gedächntnisprobleme nur zeitweise auftreten und Denkleistungen wie das Rechenvermögen unbeeinflusst bleiben, spricht das eher gegen eine Demenzerkrankung.

Gründe für eine Beeinträchtigung der Denkleistung
Ferner können auch andere Gründe für eine Beeinträchtigung der Denkleistung, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders aber Schilddrüsenüber- und -unterfunktion oder psychische Erkrankungen, wie eine Depression vorliegen.

Mit dem Alter steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken, viele haben Angst davor. Man kann allerdings einiges unternehmen, um das Risiko, zu erkranken, zu senken oder den Zeitpunkt der Erkrankung hinauszuzögern.

An erster Stelle sind Lebensstiländerungen zu nennen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das damit verbundene höhere Demenzrisiko vermindern. Wer also auf seinen Blutdruck, seinen Blutzucker und auf seine Blutfette achtet und nicht raucht, tut seinem ganzen Körper, insbesondere seinem Gehirn etwas Gutes. Aber auch andere auf die geistige Leistung schädliche Einflüsse wie Schlafmangel, Stress und Ernährungsdefizite gilt es zu minimieren. Auch zu geringe Flüssigkeitsaufnahme ist der Gedächtnisleistung nicht unbedingt förderlich.

Wirkung von Medikamenten
Nicht unerwähnt sollte auch bleiben, dass manche Medikamente Schläfrigkeit erzeugen und ein Nachlassen der Konzentration und geistigen Leistungsfähigkeit provozieren können. Zu nennen wären hier u. a. Schlafmittel, Antiallergika, manche Schmerzmittel, einige blutdrucksenkende Medikamente etc..

Fällt Ihnen ein Nachlassen der Gedächntnis- und Denkleistung auf, ist es auf jeden Fall ratsam, einen Arzt zu konsultieren und mit diesem auch die aktuelle Medikation zu besprechen.

Hilfestellung durch Mikronährstoffe
Es gibt aber auch einige Mikronährstoffe, durch deren Einnahme die geistige Vitalität gestärkt und Konzentrationsschwäche entgegengewirkt werden kann. Sogenannter „oxidativer Stress“ bezeichnet eine Stoffwechsellage, bei dem über das normale Ausmaß hochreaktive Sauerstoffradikale gebildet werden, die schädlich auf körpereigene Strukturen wirken können. Die Entstehung von Demenz und deren Verlauf wird nach-weislich durch oxidativen Stress gefördert. Eine Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Vitaminoiden gewährt Schutz für Nervenzellen, indem sie der Zerstörung durch wiederholt auftretenden oxidativen Stress entgegenwirkt. Als sogenannte Radikalfänger werden oft die Vitamine A, C und E kombiniert, aber auch Spurenelemente wie z.B. Selen, Kupfer, Eisen oder Mangan sind hier unterstützend wirksam. Coenzym Q10 und Alpha- Liponsäure dürfen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Die Einnahme eines hoch dosierten Vitamin B-Komplexes, kann nur empfohlen werden, denn B-Vitamine wirken in punkto geistiger Leistungsfähigkeit vorteilhaft. Zudem wird der Homocysteinspiegel durch die im B-Komplex vorhandene Folsäure, sowie die Vitamine B2, B6 und B12 günstig beeinflusst. Ein zu hoher Homocysteinspiegel begünstigt u. a. das Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall oder eben auch – Demenz.

Fischöl und die in ihm enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schützen die Gehirnzellen ebenfalls vor schädlichem oxidativen Stress. Es ist erwiesen, dass bei einer Demenzerkrankung ein erhöhter Bedarf an Omega-3-Fettsäuren besteht.

Auch die Pflanzenwelt bietet einiges im Kampf gegen Demenz auf:

Sogenannte OPC’ s (= oligomere Procyanidine) – enthalten vor allem in Traubenkernen, Erdnüssen, Ginkgo, … – verfügen über hohes antioxidatives Potential und können berechtigt zur Vorsorge empfohlen werden.

Ginkgo biloba und Grüntee bekämpfen ebenfalls aggressive Sauerstoffradikale. Für Ginkgo ist außerdem eine schützende Wirkung auf die Gehirnzellen, sowie eine positive Auswirkung auf Gedächtnisleistung und Lernvermögen nachgewiesen. Bei bestehender Blutverdünnung sollte eine Einnahme von Ginkgo- Produkten zuvor mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, da durch die Einnahme die Blutverdünnung zusätzlich verstärkt werden könnte.

Ginsengwurzel wird seit mehr als 4000 Jahren in der chinesischen Medizin verwendet. Sie enthält viele Vitamine und Mineralien – speziell Vitamine der B-Gruppe findet man reichlich. Die aus der Heilpflanze gewonnenen Extrakte fördern Konzentration und Gedächtnisleistung und gelten als wirkungsvolle Hilfe bei ausgeprägter geistiger Anstrengung. Die Jiaogulan-Pflanze das sogenannte „Kraut der Untsterblichkeit“ enthält ähnliche Wirkstoffe.

Auch Brahmi, eine im Ayurveda als göttlich gepriesene Pflanze, wirkt dem Vergessen entgegen.

Kurkuma, auch Gelbwurz oder gelber Ingwer genannt, wird schon seit Jahren wegen ihrer auf die Verdauung positiven Wirkung genutzt. Mittlerweile wird sie sehr erfolgreich bei  Gelenksabnutzung und degenerativen Gehirnerkrankungen unterstützend eingesetzt.

Eine ganz eigene Gruppe ist die der Vitalpilze. Hericium, auch Igelstachelbart genannt, kann unterstützend bei demenziellen Erkrankungen eingenommen werden.

Was Ärzte sonst noch empfehlen
Neben der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensstiländerung  empfehlen Ärzte geistige und körperliche Aktivität.  Kommunikation ist ganz wichtig, da eine Vereinsamung der Patienten den Fortschritt der Erkrankung zu fördern scheint.

Es gibt also viel, das Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zum Erhalt Ihrer geistigen Fitness beitragen können. Wenn Sie noch weitere Fragen zu diesem spannenden Thema haben kommen Sie gerne zu uns in die Apotheke. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen. Ihre Mag. Doris Richter und das Team der Apotheke Aspang